Sankt – Martinsfest in St. Martin 7. – 11.11.2014 und Lokführerstreik – Nachtrag

Zum ersten Mal fuhr ich nach St. Martin bei Maikammer zum St. Martinsfest, welches mehrere Tage dauert. Freitags konnte ich aufgrund des Lokführerstreiks nicht fahren, es ist ein Elend, von den öffentlichen Verkehrsverbindungen abhängig zu sein – besonders, wenn es den Gewerkschaften gefällt, mal wieder Streiks auszurufen.
Und das noch dazu an einem Wochenende, der mir einen erfolgreichen Markt verspricht.
Am Samstag, dem 8.11.2014 um 14.34Uhr,  fuhr ein Regionalexpress nach Neustadt a. d. Weinstraße, den ich nutzte, da ein vorübergehendes Streikende für den Abend ab 18.00Uhr angekündigt war.
Leider sind die Anschlußverbindungen von Landau aus so schlecht, daß ich in Landau eine volle Stunde auf den nächsten Bus nach St. Martin warten mußte. Es war bereits später Nachmittag, als ich in der kleinen Ortschaft ankam. Wie üblich informierte ich mich zunächst über die Rückfahrverbindungen. Man hatte extra Shuttlebusse nach Landau und nach Neustadt geordert, um den Besuchern eine sichere Heimfahrt zu ermöglichen.
Ich entschied mich für den Bus nach Maikammer – Kirrweiler, da mir diese Haltestelle als die Nächste erschien, was sich später als Irrtum herausstellte. Denn der Bus fuhr zwar über Maikammer, hielt jedoch in der Ortsmitte und nicht am Bahnhof. Als ich nach einem ca. fünfzehnminütigen Fußmarsch am Bahnhof ankam, war der vorletzte Zug gerade weg.  Nun stand ich vor der Wahl: Auf dem kalten zugigen Bahnhof eine Stunde auf den nächsten Zug warten, oder mit dem Gegenzug nach Neustadt zu fahren. Ich entschied mich für die Fahrt nach Neustadt, was sich nachträglich als Glücksfall herausstellte. Denn kurz bevor der Zug in Neustadt einfahren sollte, kam die Meldung, daß dieser Zug ersatzlos gestrichen sei. Da stand ich nun auf dem dunklen Bahnhof in Neustadt und fragte mich, wie ich heimkommen sollte. Und dieser Bahnhof ist ja sowas von tot, toter geht nicht. Kein Wartesaal, der geöffnet hatte, nicht einmal eine poplige Bahnhofskneipe hatte geöffnet. Irgendwelches Bahnpersonal, das mir hätte weiterhelfen können – Fehlanzeige! Nur der Bahnhof von Maikammer war noch toter als der von Neustadt – denn dort gab es nicht einmal einen Taxistand. Den gab es dafür in Neustadt. Taxen standen da in Hülle und Fülle. Zum Glück hatte ich ausreichend Geld bei mir – dachte ich. Sechzig Euro – das würde wohl hoffentlich bis Karlsruhe reichen.
Ich erinnerte mich, daß ich in Frankfuhrt einmal eine Taxifahrt bis nach Hause bezahlt bekommen hatte, weil der letzte Zug von einem anderen Gleis abfuhr, als mehrfach in den Durchsagen genannt. Sicher würde mir die Deutsche Bahn gegen Taxischein auch meine Heimfahrt nach Karlsruhe bezahlen.  Aber als ich einen Taxifahrer fragte, erlitt ich eine herbe Enttäuschung: Bis Karlsruhe reichte mein Geld nicht.
Mir viel ein, daß von Wörth aus noch Spätzüge der Karlsruher Stadtbahn bis tief in die Nacht fahren und vom Streik nicht betroffen waren, deshalb fragte ich nach einer Taxifahrt nach Wörth. Aber auch diesmal winkte der Taxifahrer ab, telefonierte aber dann , als er meine Verzweiflung sah (wer möchte schon gerne im Spätherbst auf einem feucht – kalten nebeldurchwaberten finsteren zugigem Bahnhof auf den Frühzug warten? ) , mit einem Kollegen, der sich erbot, mich für sechzig Euro nach Wörth zu fahren. Ich verstand sofort, daß dies ein Entgegenkommen war und nahm das Angebot dankbar an. Denn eigentlich hätte die Fahrt mehr gekostet. In Wörth erhielt ich dann auch von dem freundlichen Taxifahrer – hier nochmals ein fettes Dankeschön – den Taxischein, den ich sorgfältig verwahrte.
In Wörth hatte ich noch ca. eine halbe Stunde Aufenthalt, bis die S5 nach Karlsruhe kam und fand – welch ein Wunder – einen hellen gut beheizten Wartesaal mit angrenzender Spielhölle. Gerade von einer so kleinen Ortschaft wie Wörth hätte ich einen solchen Luxus nicht erwartet. Und ich dachte bei mir, daß das eigentlich auf allen Bahnhöfen Pflicht sein sollte.
Eine halbe Stunde später befand ich mich dann endlich auf dem letzten Abschnitt meiner viel zu langen Heimreise und kam eine Stunde später dankbar daheim an.
An den anderen Tagen hatte ich in St. Martin viel zu tun, es gab viele begeisterte  Zuhörer und manch ein Wirt spendierte mir ein Essen und/ oder ein Getränk.
Hoffe, ich kann beim nächsten St. Martinsfest wieder dabei sein – dann hoffentlich mit Gage.

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